Ein inspirierender Abend mit Tamara Dietl

Die Autorin hat aus ihrem Buch „Die Seele bleibt Fußgänger“ gelesen. Darin schreibt sie über den Umgang mit Krisen, viele solche Erfahrungen musste die Wahl-Münchnerin schon selbst machen.

Die erste Abendveranstaltung in der Attenkofer Akademie erfreute sich großen Besucherandrangs und der noch wunderbar nach Holz duftende Vortragssaal war gut gefüllt. Befinden wir uns in einer einzigen großen Krise? Verzweifeln oder Auswege finden? Was führt den Menschen durch all die Irrungen und Wirrungen dieser Zeit? Diesen Themen hat sich Journalistin Tamara Dietl in ihrem druckfrischen Buch „Die Seele bleibt Fußgänger“ angenommen und dass sie hiermit den Nerv der modernen Gesellschaft trifft, beweist auch das große Interesse der bei der Lesung gebannt lauschenden Zuhörerschaft an diesem Abend.

In ihrem Buch „Die Seele bleibt Fußgänger“ widmet sich Tamara Dietl zentralen Themen wie Veränderungsprozessen, Krisenbewältigung und der Entwicklung innerer Widerstandskraft. Sie zeigt insbesondere Wege auf, wie Menschen oder auch Organisationen – Dietl arbeitet auch als Coach – mit Unsicherheiten und Herausforderungen umgehen können.

An diesem Abend las Dietl aus dem ersten und dem letzten Kapitel ihres neuen Buches. „Die Welt war über Nacht eine andere geworden“. Für Tamara Dietl war der 24. Februar 2022 nach vielen Jahren der persönlichen Verluste, die sie langsam verdaut hatte, der Tag, als ihre „innere Stimme“ laut nach Hilfe rief.

Und diese Hilfe suchte sie unter anderem mit dem Schreiben dieses Buches. Beeinflusst von der Lehre des Neurologen und Begründer der Existenzanalyse Viktor Frankl, zähle für sie der Spruch: „Du musst Dir nicht immer alles von Dir selbst gefallen lassen!“

Tamara Dietl beschreibt, wie ihr das Schreiben inmitten galoppierender Krisen (Krieg, Klima, KI) die innere Bodenhaftung zurückgab. Nicht, weil plötzlich alles gut wäre, sondern weil das Denken beim Schreiben weitergeht – präziser, ehrlicher, leidenschaftslos. „Eine Garantie gibt es nicht“, aber man kann mit einigen Hilfestellungen und innerer Stärke, Krisen überstehen. Auch, wenn es sich auf den ersten Blick wirklich ein bisschen zu einfach anhört, dass man nur die Gelassenheit brauche, Dinge hinzunehmen, wie sie sind.

Sie liest von einem „Erste Hilfe Köfferchen für die Seele“ mit vier Spielkarten: Hoffnung, Quartett der vier Möglichkeiten, Brille der Zuversicht und Sich-Abfinden, von Werkzeugen oder wie Dietl sagt, von ihrer kleinen Schatzkammer, mit deren Hilfe es Wege aus kleinen, aber auch großen Krisen geben könne.

Auf dem Prinzip der Santogenese sei eine gelingende Verarbeitung von Krisen auch für die Gesundheit enorm wichtig, so Tamara Dietl.

Eine kleine Übung gab sie ihren Zuhörern dann noch mit: Eine wirkungsvolle, in jeder Lebenslage auszuführende Übung wäre die 4/7 Atemtechnik: auf vier Sekunden einatmen und auf sieben Sekunden ausatmen. Kleine Sache, große Wirkung, verspricht Tamara Dietl.

Tamara Dietls Buch ist kein klassischer Ratgeber, sondern eher eine Einladung zum Innehalten – ein Mutmachbuch für Menschen, die in einer rasenden Welt Halt suchen. Mit der Lesung daraus darf man von einer gelungenen Eröffnungsveranstaltung der Attenkofer Akademie sprechen. Die Besucher des Abends konnten wertvolle Inspirationen und auch erste Eindrücke der neuen Bildungseinrichtung im Süden Straubings mit nach Hause nehmen.

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